Liebes Tagebuch!
Heute war ich mit der Schule im Konzentrationslager in Mauthausen, was in Oberösterreich liegt. Um 7:30 Uhr sind wir mit dem Autobus von Hausleiten weggefahren und um 10:00 Uhr in Mauthausen angekommen. Die Führung dauerte bis ca. 13:00 Uhr. Unser Guide hieß Nicole. Sie hat selbst eine sehr starke Beziehung zum KZ, weil ihre Großeltern und weitere Verwandte im KZ waren. Ein paar ihrer Verwandten haben überlebt, ein paar sind leider verstorben. Sie erzählte uns viele Geschichten und führte uns durch das gesamte Gelände. Nicole hat es sehr gut erklärt. Ich fand es mutig, dass sich einige Häftlinge getraut haben zu flüchten.
Bekannt ist zum Beispiel die Mühlviertler Hasenjagd. Damals sind ca. 500 Häftlinge ausgebrochen und versuchten zu fliehen. Die Drahtzäune, die mit Strom durchflossen waren, schlossen sie mit nassen Decken oder sogar mit Leichen kurz. Nun ging es um Leben oder Tod. Die SS-Leute verbreiteten die Nachricht, dass angeblich gefährliche Häftlinge ausgebrochen waren und man diese sofort fangen solle. Man sollte sie außerdem lebend oder tot zurückbringen. Viele Gefangene versteckten sich in Bauernhöfen oder Ställen. Manche bekamen auch von mutigen Familien Unterstützung. Ein paar Familien hatten große Angst, dass ihnen selbst etwas passieren könnte, wenn sie ihnen halfen, daher beschlossen manche die Häftlinge zu töten. Manche hatten aber keine Angst und waren mutig, was ich persönlich sehr gut finde, und gaben diesen Gefangenen zu Essen, zu Trinken und ein warmes Zuhause. Insgesamt haben ca. 11 Häftlinge überlebt.
Im KZ spielte außerdem Hunger eine große Rolle. So einen Hunger, den diese Menschen verspürten, hat höchstwahrscheinlich noch niemand von uns erleben müssen. Wenn man damals noch ein bisschen Geld mithatte, konnte man sich noch etwas dazu kaufen. Meistens kauften sich die Leute eine NIVEA- Creme und schmierten sich diese aufs Brot, wegen der Fette, die in der Creme stecken. Manchmal schlugen sich die Häftlinge selbst in den Bauch, um einen anderen Schmerz zu spüren.
Diese Geschichte, die hinter diesem Gebäude steckt, ist einfach nur bewegend und emotional.
von Leonie 4.b

